| BILDRAUSCHEN ENTFERNT TONWERTABRISSE |

von Tom Wuttke

Tonwertabrisse.

Einer der wohl schlimmsten Bildfehler die entstehen, wenn man Bilder bearbeitet.
Aber was genau ist das eigentlich und wie sieht das aus?
Im Grunde ist es ganz einfach. Wenn wir unsere RAW Datei bearbeiten, dann bearbeiten wir in der Regel auch Helligkeitsinformationen. Das passiert bei mir in fast jedem Bild vorallem mittels einer Tonwertkorrektur. Alternativ oder zusätzlich verwende ich auch gern die Gradationskurve. Nun ist es so, dass unser Bild am Anfang der Bearbeitung genau 256 Tonwerte besitzt, wobei der Wert null reinem Weiß und der Wert 255 reinem Schwarz entspricht.
Einfach ausgedrückt entfernen/löschen wir bei der Bearbeitung den ein oder anderen Tonwert. An den Stellen, an denen feinste Helligkeitsverläufe waren, treffen nun Tonwerte aufeinander, die diesen Verlauf nicht mehr gewährleisten. Wir haben diese feinen Abstufungen nämlich beim Bearbeiten entfernt und die Tonwerte, die da mal waren, wurden durch den nächsten vorhandenen Tonwert ersetzt.

Das grausame Ergebnis ist dieses hier (um das Problem besser sichtbar zu machen, habe ich das Bild aufgehellt):

Tonwertabrisse

Leider sind derartige Bilder oft zu sehen. Nach einigen gescheiterten Versuchen dies zu korrigieren, geben sich die meisten geschlagen und zeigen ihre Bilder genau so. Gern wird dann auf die schlechte Qualität und hohe Komprimierung auf den verschiedenen Plattformen verwiesen (Ich habe es auch getan ;)). Nicht ganz zu unrecht. Denn je stärker das Bild komprimiert wird, desto stärker wird der Fehler sichtbar. Dennoch ist er da. Und dass MUSS NICHT SEIN!

Die Lösung ist kinderleicht – nur darauf kommen wird vermutlich niemand von selbst.
Das Allheilmittel heißt BILDRAUSCHEN. Ja…genau das, wogegen viele offensichtlich hochgradig allergisch sind.

Eins vorweg: Bildrauschen ist keine tödliche Krankheit! Es ist auch nichts, was ein Bild hässlich macht. Im Gegenteil. Es ist ein Stilmittel, das richtig eingesetzt, tolle Ergebnisse zu Tage bringt und es ist DAS Mittel gegen Tonwertabrisse.

Und so gehts:
In Photoshop fügt man ein Rauschen ganz einfach ein. Filter->Rauschfilter->Rauschen hinzufügen…

Bildschirmfoto 2015-02-19 um 22.22.52

Dort erhöht ihr die Stärke des Rauschens so lange bis die Tonwertabrisse nicht mehr sichtbar sind. Achtet darauf, dass die Option Monochromatisch aktiviert ist. Das ist alles. 🙂

Das Ergebnis (hier noch aufgehellt um besser vergleichen zu können):

neu-1-1

Übrigens: Natürlich könnt ihr die Bereiche, in denen das Rauschen nicht sichtbar sein soll, einfach ausmaskieren (hier z.B. die Haut).

Das wichtigste zum Schluss: gezeigt hat mir diesen Trick Alexander Steger von Alexander Steger Art.
An dich Alex nocheinmal ein ganz dickes DANKE!
Wenn ihr ihn noch nicht kennt, dann solltet ihr das schleunigst ändern! Schaut doch mal auf seiner Facebookseite vorbei. Dort könnt ihr sicher noch viel lernen.

 

Mein Endergebnis für das Beispielbild hier, seht ihr letztendlich im Beitragsbild:

 

IMG_8989-ZENSIERT-Bearbeitet-1
Gib als erster ein Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name*