Das Canon 85 mm F1.8 USM

von Tom Wuttke

Heute gibts meine Einschätzung zum 85er in der F1.8 Variante von Canon.
In meinen Augen ein MUSS für jeden Canonfotorucksack.

Wie ich dazu gekommen bin? Nun ja. Ich hatte bereits viel Gutes über das kleine, unscheinbare Schwarze gehört. Aussagen wie: „Warum hat das keinen roten Ring bekommen?“ und Sachen wie: „Brachiale Schärfe und hammer Bokeh!“. Aber auch Kommentare a la: „Grausame und unbeherrschbare CAs!“.
All das wollte ich auf der Suche nach einer Portraitfestbrennweite genauer wissen.

Was ist dran an diesen Argumenten? Ich kann sagen, dass sie fast alle stimmen.

Schärfe und Auflösung

In Sachen Schärfe ist das 85er hervorragend. Regelmäßig kommt es vor, dass ich meine Bilder bearbeite und gar nicht genau sagen kann ob ich da wirklich noch was nachschärfen sollte. Die Auflösung, die diese Linse liefert ist genial! Ich schau mir das gerne anhand von High-ISO Aufnahmen an denn je niedriger die Auflösung, die das Objektiv liefert, desto schneller beginnt das Bild bei hohen ISO zu rauschen. Mit dieser Optik gehe ich an meiner 6D bedenkenlos bis ISO 10.000! Klar sieht man dann bereits ein feines Rauschen in der 100%-Ansicht – aber eben auch NUR in der 100%-Ansicht. Leicht abgeblendet werden die Ergebnisse sogar noch einen Tick besser.

Bokeh

L-würdig, würde ich sagen. Die Schärfeebene geht wunderbar in eine unglaublich harmonische Unschärfe über. Genau so will ich das haben. Kein hagliges Ekelbokeh, sondern genau das, was man von L – Linsen gewohnt ist. Nur das diese eben keinen roten Ring hat. 😉

Autofokus

Auch hier fragt man sich wo der rote Ring ist. Der Fokus ist kompromisslos treffsicher und vor allem schnell. Mondlicht reicht zum Fokussieren vollkommen aus.

Haptik und Verarbeitung

Das kleine fässt sich gut an, macht einen robusten Eindruck. Aber dennoch ist die Verarbeitung wohl das, was es von einem echten L unterscheidet. Keine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Das ist sicher für viele ein KO – Kriterium. Auch der Fokusring ist weniger griffig als der der Flagschiffe. Eine Streulichtblende muss extra gekauft werden.

Abbildungsfehler

Fast keine Verzeichnung, so wie man es von einer Festbrennweite erwartet. Kaum Vignettierung. Also alles klasse, BIS AUF eines: Chromatische Aberrationen. Diese fiesen Farbfehler findet man bei nahezu jedem Objektiv aber beim 85er sind die leider oftmals kaum zu übersehen. Bei Offenblende in extremen Situationen stark ausgeprägt. Blendet man auf F2.2 ab, sind sie beinahe ganz verschwunden. Ein Makel, der stört. Aber keiner, der nicht kontrollierbar ist. Wer sein 85er kennt, weiß wie er damit umgehen kann. Das was dann noch übrig bleibt, ist ein einziger Mausklick in Lightroom.

Prei – Leistung

Ungeschlagen!
Eine Toplinse zum kleinen Preis. Ich kenne in diesem Segment nichts, was für ca. 350 € so abliefert. Deshalb kann ich es jedem ans Herz legen. Nicht nur als Portraitobjektiv top, sondern überall dort, wo hohe Schärfe und Auflösung bei wenig Licht gefragt ist. Die Spielerei mit der Schärfentiefe macht in Bezug auf Brennweite und Blende schon ordentlich Spass.

 

So. Das solls gewesen sein. Demnächst gehts weiter mit anderen Optiken. 😉

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