| SO STEHE ICH ZU HDRs |

von Tom Wuttke

HDRs.

Oft sehe ich HDRs, die wirklich weltklasse aussehen. Und leider sehe ich noch öfter welche, die wirklich so richtig schlecht sind.

Was ist ein HDR und was kann es?

Ein HDR (High Dynamic Range) soll das zeigen, was ein Bildsensor nicht in der Lage ist aufzuzeichnen, unsere Augen aber durchaus…und vielleicht ein klein wenig mehr. Aktuelle Sensoren haben mittlerweile schon einen recht großen Dynamikumfang, jedoch längst nicht den unserer Augen. Und so passiert es mir regelmäßig, dass ich mit dem Ergebnis, das die Kamera liefert so gar nicht zufrieden bin.
Jeder, der fotografiert wird folgendes Szenario gut kennen: Man fotografiert einen Sonnenuntergang und möchte, dass nicht nur der Sonnenuntergang an sich sondern auch die Landschaft gut zu erkennen ist. Denn schließlich ist es ja das, was wir sehen und uns gut auf einem Foto gefallen würde.
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir an die harte Grenze des technisch machbaren kommen. Wir haben in dieser Situation drei Möglichkeiten. Zum einen können wir den Himmel richtig belichten um den Sonnenuntergang mit der Sonne und den tollen Farben so richtig in Szene zu setzen. Zwangsläufig wird nun die Landschaft beinahe schwarz sein – der Dynamikumfang des Sensors ist der Herausforderung weit mehr als unterlegen.
Möglichkeit zwei wäre es die Landschaft richtig zu belichten, damit diese gut zur Geltung kommt. Ergebnis wir nun sein, dass der Himmel hoffnungslos überbelichtet ist. Mit einem Sonnenuntergang hat das nichts zu tun.
Möglichkeit drei – wir machen Kompromisse und suchen uns einen Mittelweg, belichten also so, dass der Himmel etwas überbelichtet und die Landschaft etwas unterbelichtet ist und holen aus dem entstandenem RAW alles heraus – mit teilweise enormen Qualitätseinbußen.

Das muss nicht sein!

Es ist mittlerweile spielend einfach geworden mehrere Belichtungen zusammenzurechnen. Ich mache dazu mindestens 5 Aufnahmen, gerne auch mehr. In Lightroom lasse ich diese Zusammenrechnen. Dabei wird die Belichtung für alle Bereiche im Bild separat festgelegt und das funktioniert, weil wir für jeden Bereich mehrere verschiedene Belichtungen zur Verfügung haben.

Wenn wir Lightroom die Korrektur des Bildes nicht überlassen wollen, dann wird das Ergebnis recht unspektakulär aussehen. Wenn wir nun aber die Belichtungseinstellungen für einzelne Bildbereiche, Höhen oder Tiefen anpassen, werden wir ein tolles Ergebnis erzielen, da wir in den Höhen und Tiefen viel mehr Information haben als in einer einzelnen Belichtung.
Und genau das ist der Sinn eines HDRs. Wir können viel besser korrigieren, haben deutlich mehr Luft nach oben und unten und haben so die Möglichkeit Sonnenuntergang UND Vordergrund richtig belichtet in einem Bild darzustellen.

Die Dosis machts!

Hier ist Vorsicht geboten! Jetzt entscheidet sich ob euer Bild ein echter Kracher wird oder ein buntes Comikbildchen, dass mit einem Foto keinerlei Gemeinsamkeit hat.
Wenn ihr den Vorteil des HDR voll ausnutzt, werdet ihr eines dieser grausamen Bilder zusammenbasteln. Wenn ihr dosiert mit diesen tollen Möglichkeiten umgeht,  kann euer Bild ein Kracher werden.

Ein kleiner Tip.

Ihr werdet während der Bearbeitung schnell das Gefühl dafür verlieren was gut ist und was zu viel. Versucht ein wenig, geht dann für fünf Minuten vom Rechner weg und schaut dann erneut auf das Bild. Mir hilft das bei jedem Foto.

Fazit.

Meiner Meinung nach kann man mit einem HDR tolle Ergebnisse erzielen, man kann aber auch schnell übers Ziel hinausschiessen. Deshalb sollte man sich für derartige Bilder vor allem Zeit lassen und besser zwei mal hinschauen.

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