The Lord of the red rings | 135 mm F2 L USM

von Tom Wuttke

Das  Canon 135 mm F2.0 L USM. 

Ihr wollt Adjektive? Bitteschön.
Unverwechselbar, einzigartig, atemberaubend, kompromisslos, über jeden Zweifen erhaben.

So würde ich es in Kurzform beschreiben. Aber ich möchte gerne noch ein paar mehr Worte über dieses Ausnahmeobjektiv erzählen.

Das 135er ist einzigartig. Es überzeugt mit unglaublicher Schärfe und überwältigt mit einem einzigartigem Bokeh, die Farbwiedergabe ist atemberaubend. Der Drahtseilakt zwischen diesen Eigenschaften ist Canon mit diesem Glas mehr als gelungen. Die Schärfeebene ist skalpellartig und geht harmonisch, wie kein anderes Canon, in Unschärfe über. Das Bokeh präsentiert sich dann butterweich und unverwechselbar. Genau diese Mischung macht es einmalig. Genau deshalb hebt es sich von allen anderen ab. Es produziert einen Bildlook, der eine ganz eigene Handschrift trägt.

Übrigens: Wer meint er müsse abblenden um mehr aus der Linse herauszuholen, der ist auf dem Holzweg. Es ist bereits offenblendig auf Spitzenniveau!

Ich könnte stundenlang so weiter schwärmen – macht aber keinen Sinn. Man muss es erlebt haben!
Schraubt es auf euere Kamera und ich wette ihr wollt es nicht wieder hergeben. 😉

Haptik.

Das 135er fässt sich toll an – wie aus einem Stück gefeilt. Zugegeben ich hab es nicht gegen die Wand geschmissen, würde ihm aber Robustheit und Widerstandsfähigkeit bescheinigen. So wie es sich für ein waschechtes L gehört, lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen. Der Fokusring ist sehr griffig. Von der Naheinstellgrenze (90cm) bis Unendlich dreht man ihn ca. eine halbe Runde. Kein Kratzen, kein Knarzen. Der Ring läuft geschmeidig und hat ausreichend Widerstand um gefühlvoll manuell fokussieren zu können.

Ausstattung.

Man mag meinen, dass diese Abbildungsleistung und der unverwechselbare Bildlook Ausstattung genug sei. Nun ja. Viel kommt jetzt nicht mehr dazu. Aber das ist OK. Eine Begrenzung für den Autofokus hat Canon noch dazugepackt. Verwendet man diesen, wird der Autofokus noch um einiges schneller, deckt jedoch den Nahbereich nicht mehr ab.

Bildstabilisator.

Wer diesen sucht, wird nicht fündig werden. Es gibt ihn nicht. Ein gewagter Schritt bei einer Brennweite von 135 mm. Ich gestehe, dass mir genau dieser schon hin und wieder gefehlt hat. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die hohe Auflösung des Objektivs auch höhere ISO zulässt und der fehlende Stabi dafür Spricht, dass diese Linse auf höchste Abbildungsleistung getrimmt ist. Der Stabilisator kostet immer Qualität – und genau das wäre für den Lord of the red rings ein No-Go.

Autofokus.

Manchmal sind es wohl die Ecken und Kanten, die das Gute zum Perfekten machen. Aber muss der Autofokus sein??
Gleich vorweg: Der Fokus sitzt zu 99% auf den Millimeter genau. Aber wenn es fast ganz dunkel ist, dann hat das 135er zu kämpfen. Das kenne ich von meinen Objektiven sonst nicht. Bei denen reicht der Mondschein um zu fokussieren. Beim 135er beißt man sich da schon einmal die Zähne aus. Das macht das Objektiv keinesfalls schlechter, soll aber gesagt sein.

Erwähnenswert.

Das 135er lässt aufgrund seiner großen Blendenöffnung in Verbindung mit der langen Brennweite jede Menge Spielraum für Kreativität. Das Spiel mit geringer Schärfentiefe macht Spass ohne Ende. Der Fokus verabschiedet sich erst jenseits der 10 Meter – Marke ins Unendliche. So können auch weiter entfernte Objekte oder Menschen gut freigestellt werden.

Fazit.

Ich habe das Objektiv leihweise von Sebastian Kubatz Photography an meiner Canon EOS 6D testen können. Ich kann jetzt schon mit Sicherheit sagen, dass es einen festen Platz in meinem Kamerarucksack finden wird. Ich freu mich drauf! Das Glas zählt zu den wirklich einzigartigen im Canonregal. Es ist unheimlich vielseitig und macht jede Menge Spass!

Aber das Wichtigste: Es ist unverwechselbar, einzigartig, atemberaubend, es glänzt mit kompromissloser Abbildungsleistung, ist über jeden Zweifel erhaben. Den Titel „The Lord of the Red Rings“ hat es uneingeschränkt verdient.

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